Die Grünberger Madonna
Die Grünberger Madonna - Copyright: Bildarchiv Foto Marburg (www.fotomarburg.de)
Die Grünberger Madonna
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Die Grünberger Madonna ist eine gotische Holzfigur mit einer Größe von ca. 122 cm. Sie stand an der Ecke des ersten Obergeschosses des Lutherhauses. Dies lässt sich anhand von Zeichnungen und Bilder nachweisen. Ihr „Geburtsdatum“ wird auf etwa 1470 geschätzt, also gleichaltrig wie das Lutherhaus selbst. Die Figur steht aufrecht auf der Mondsichel. Der Oberkörper ist leicht zurückgebeugt. Auf der Seite legt sich das Gewand in langen, glatten Falten, während es vorne in fast ornamentaler Knittrigkeit abfällt. Leider ist die Holzfigur stark beschädigt, d.h. es fehlt das Kind, ebenso die Krone, unter der das schöngewellte Haar hervorquillt.

Stellt sich dann die Frage, wer damals sichergestellt hat, dass die Grünberger Madonna nicht mit dem Abriß „entsorgt“ wurde. Noch heute wird von dem Missgeschick des damals zuständigen Baurates Dr. Dieffenbach erzählt. Er setzte sich sehr für den Erhalt des Fachwerkhauses ein. Bei dieser Besichtigung könnte ihm natürlich auch die Grünberger Madonna aufgefallen sein. Es ist somit vielleicht ihm zu verdanken, dass diese heute noch existiert und er sie damals kurz vor dem endgültigen Abrisses des Hauses in einen sicheren Gewahrsam brachte. Baurat Dr. Karl Dieffenbach war von 1857 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1883 Kreisbaumeister in Grünberg und offensichtlich sein Rat zum Abriss des Lutherhaus gefragt. Heute befindet sich die Grünberger Madonna im Oberhessischen Museum in Gießen am Brandplatz.

Die Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst berichtete in dem Beitrag „Über die Museographie über das Jahr 1900“, das Dr. Karl Dieffenbach einen geschnitzten gotischen Tisch aus dem Lutherhaus dem großherzoglichen Museum in Darmstadt zum Geschenk gemacht hat. Weiterhin sind in dem heutigen Landesmuseum in Darmstadt drei Glasmalereien ausgestellt, die ebenso aus dem Lutherhaus stammen sollen.


Quellenverzeichnis