Luther – Leben, Werk und Wirkung
1483  10. November: Luther in Eisleben geboren. Die Eltern, Hans und Magarete Luther, ziehen schon 1484 ins benachbarte Mansfeld, wo es der Vater zum kleinen Bergwerksunternehmer bring. Luthers sozialer Hintergrund is das Bürgertum.
1491-1501 Schulbesuch in Mansfeld, Magdeburg und Eisenach. Vor allem in Eisenach Berührung mit frommen Kreisen.
1501-1505 Studium an der Artistenfakultät in Erfurt, das mit dem Magisterexamen abschließt.
1505 Von einem Blitzschlag während eines Gewitters fast getroffen, gelobt Luther Mönch zu werden und tritt wenig später ins Kloster der Erfurter Augustinereremiten ein.
1507 Priesterweihe, anschließend Studium der Theologie
1508-1509 Zeitweilig als Dozent für Philosophie nach Wittenberg versetzt
1510-1511 Luther reist in Ordensangelegenheiten nach Rom. Endgültig an die junge Universität Wittenberg in Kursachsen versetzt.
1512 Promotion zum Doktor der Theologie und Übernahme der biblischen Professur; etwas später Prediger an der Wittenberger Stadtkirche.
1513-1516 Erste Vorlesungen über die Psalmen und den Römerbrief. Luther ringt darum, dem Richter-Gott gerecht zu werden.
1515-1518 Distriktsvikar seines Ordens
1516-1517 Erste kritische Disputationen gegen die hergebrachte scholastische Theologie
1517 Luther fordert Erzbischof Albrecht von Mainz zu Änderung des Ablaßhandels, d.h. des Erlasses von Sündenstrafen gegen Geldzahlungen, auf und veröffentlicht wenig später seine berühmten 95 Thesen gegen den Ablaß, die nach wenigen Monaten durch den Druck in ganz Deutschland verbreitet sind. Albrecht von Mainz verklagt Luther in Rom. Dieser macht seine Auffassung auf deutsch breiteren Kreisen zugänglich.
1518 Frühjahr: Der entscheidende religiöse Durchbruch mit der Entdeckung der geschenkten Gottesgerechtigkeit. Auf der Zusammenkunft der deutschen Augustinerkongregation Ende April in Heidelberg vertritt Luther bereits seine neue Theologie und gewinnt damit wichtige Anhänger.
August: Zitation nach Rom wegen Verdachts auf Ketzerei; stattdessen im Oktober Verhör durch den päpstlichen Legaten Cajetan in Augsburg. Luther verweigert den Widerruf, wird aber dennoch von seinem Landesherrn geschützt.
1519 Tod Kaiser Maximilian. Aus Rücksicht auf den für die Kaiserwahl wichtigen sächsischen Kurfürsten verfolgt den „Fall Luther“ zunächst nicht weiter. Im Sommer Disputation in Leipzig mit dem Theologieprofessor Johann Eck. Luther stellt die Unfehlbarkeit des Papstes und auch der Konzilien infrage. Er gilt als der heimliche Sieger von Leipzig.
1520 Programmatische Schriften: „Der Sermon von den Guten Werken“ skizziert die neue Ethik. „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“ nimmt die nationalen Forderungen gegen Rom auf und schlägt kirchliche und gesellschaftliche Reformen vor; „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ enthält eine umfassende Kritik der kirchlichen Sakramentsanstalt. „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ beschreibt sowohl die innere Freiheit des Glaubens als auch die äußere Bindung in der Liebe. Im Oktober erhält Luther die Bulle „Exsurge Domine“, die ihm den Bann, d.h. den Ausschluß aus der Kirche, androht.
Im Dezember Verbrennung der Bulle und des Kirchenrechts als Reaktion auf die angeordnete Verbrennung von Luthers Büchern.
1521 3. Januar vom Pabst gebannt. 17./18. April Auftritt vor dem Reichstag in Worms. Verweigerung des Widerrufs aus Gewissensgründen. Danach wird Luther durch das Wormser Edikt in die Reichsacht erklärt.
1521-1522 Der sächsische Kurfürst läßt Luther von Mai bis März auf der Wartburg verstecken. Während jener Zeit entstehen u.a. die Schrift „Von den Mönchsgelübden“, die sog. Kirchenpostille (Predigbuch) und die deutsche Übersetzung des Neuen Testaments, die im September 1522 erscheint.
1522 1. März Rückkehr nach Wittenberg wegen der dort durch die vorschnelle Einführung einer kirchlichen Neuordnung entstandenen Wirren. Luther stoppt mit einer Reihe von Predigten zunächst die Neuordnung „Betbüchlein“.
1523 „Von weltlicher Obrigkeit, wieweit man ihr Gehorsam sein soll“, die prinzipielle Schrift über Recht und Grenze des Staates. Erste gottesdienstliche Reformen; im Zusammen damit entstehen die Lieder, die 1524 in einem ersten Wittenberger Gesangbuch zusammengefaßt werden.
1524 Auseinandersetzungen mit den Radikalen im eigenen Lager: Thomas Müntzer und Andreas Bodenstein von Karlstadt. Appell „ An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“.
1524-1525 Bauernkrieg. Luther bemüht sich in seiner „Ermahnung zum Frieden“ um Ausgleich, lehnt jedoch die Berufung der Bauern auf das Evangelium ab und rät schließlich den Obrigkeiten, den Aufstand erbarmungslos niederzuschlagen, um einem allgemeinen Chaos zu wehren.
1525 Heirat mit der ehemaligen Nonne Katharina von Bora. Aus der glücklichen Ehe gehen mehrere Kinder hervor.
Herbst: Die Schrift „Vom unfreien Willen“ wendet sich gegen das humanistische Menschenbild des Erasmus von Rotterdam.
1526 „Deutsche Messe“, Luthers wichtigste Gottesdienstordnung in Gestal t einer gereinigten Meßliturgie.
Sommer: 1. Reichstag zu Speyer, der den Landesherren die Verantwortung für die Durchführung der Reformation überläßt. In Kursachsen erfolgt die anstelle der Bischöfe vom Kurfürsten ausgehende „Visitation“ der Pfarreien. „Ob Kriegsleute auch in seligem Stand sein können“.
1527 Sommer: Schwere Erkrankung an Depressionen.
1527-1528 Höhepunkt der Auseinandersetzung über das Abendmahl vor allem mit dem Zürcher Reformator Huldrych Zwingli
1529 April: Protestation evangelischer Stände auf dem 2. Reichstag zu Speyer wegen Wiedereinführung des Wormser Edikts; von daher die Bezeichnung „Protestanten“. Im Zusammenhang mit der Belagerung Wiens durch die Türken entstehen „Vom Krieg wider die Türken“ und „Eine Heerpredigt“ wider den Türken“. „Großer Katechismus“ und „Kleiner Katechismus“, die prägnantesten Zusammenfassungen von Luthers Lehre, die bis in die Gegenwart weiteste Verbreitung finden.
1. - 4. Oktober: Das Religionsgespräch über das Abendmahl in Marburg führt zu keinem Ausgleich mit den schweizerischen und oberdeutschen Reformatoren unter der Führung Zwinglis.
1530 April bis Oktober: Reichstag zu Augsburg mit dem Ziel der Beilegung des Glaubensstreits. Luther darf als Geächteter nicht teilnehmen und hält sich währenddessen auf der Veste Coburg auf. Melanchton verfaßt verfaßt für die Lutheraner das „Augsburger Bekenntnis“. Zu einem Ausgleich kommt es nicht. Der Kaiser droht den Protestanten Gewalt an, die sich darauf im defensiven „Schmalkaldischen Bund“ zusammenschließen. „Sendbrief vom Dolmetschen“ mit der Rechtfertigung des Verfahrens bei der Bibelübersetzung.
1534 Erste Gesamtausgabe der Bibelübersetzung
1535 „Großer Galaterkommentar“, eine der wichtigsten Schriftauslegung.
1535-1545 Letzte Vorlesung über Genesis
1536 Einigung mit den Oberdeutschen, jedoch nicht mit den Schweizern, über das Abendmahl in der Wittenberger Konkordie.
Dezember: „Schmalkaldische Artikel“ als wichtige Positionsbestimmung gegenüber einem künftigen Konzil.
1537 Schwere Erkrankung an einem Steinleiden
1539 „Von den Conciliis und Kirchen“, eine der gewichtigsten Schriften über das Wesen der Kirche.
1539-1541 Erneute Revision der Bibelübersetzung
1542 6. Januar: Luthers Testament
1543 Polemische Judenschriften, u.a. „Von den Juden und ihren Lügen“.
1545 „Wider das Papsttum zu Rom vom Teufel gestiftet“, letzte scharfe Abgrenzung gegenüber Rom.
1546 18. Februar: Luther stirbt auf einer wegen der Aussöhnung der zerstrittenen Mansfelder Grafen unternommenen Reise in Eisleben und wird am 22. Februar in der Schloßkirche in Wittenberg beisetzt. Auf dem letzten Zettel, den er hinterläßt, steht das demütige Eingeständnis: „Wir sind Bettler, das ist wahr“.
Quellen: Diese Informationen wurden aus verschieden Quellen zusammen kopiert und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.