Unterwegs auf den “kurzen Hessen
Reiseplan von M. Luther für Worms nach Theodor Lingke
Reiseplan von M. Luther für Worms nach Theodor Lingke

Die langen und die kurzen Hessen waren im Mittelalter zwei bedeutende Verkehrswege, auf denen man zwischen den beiden Messestädten Frankfurt über Eisenach nach Leipzig reisen konnte. Der Name reflektiert auf die Länge der Strecke, welche auf dem Hoheitsgebiet der Landgrafschaft Hessen zurückgelegt werden musste. Wie in dem Lutherbrief vom 28. April 1521 aus Friedberg angekündigt, müsste Luther demnach am 29. April 1521 nach Grünberg gekommen sein.

Die Hessenfurt an der heutigen Hessenbrückenhammer stellte die südliche Grenze zwischen der Landgrafschaft Hessen und dem Solmser Gebiet dar (Solms-Lich, Solms-Laubach und Solms-Hungen). Gleichzeitig war es auch die Geleitgrenze für das Geleit von Friedberg aus. Der damalige Weg führte von der Hessenfurt zunächst über die heutige hohe Straße, um an dem heutigen Abzweig nach Lauter links abzubiegen. Über die Pforte führte der Weg auf den Marktplatz um dann wieder am Lutherhaus durch die Marktgasse, die Höftränke an der Saupforte die Stadt zu verlassen. Der Weg aus der Stadt führt einst am heutigen Bauhof als alte Strasse vorbei um dann über Lehnheim Richtung Alsfeld zu folgen. Es ist dabei anzumerken, dass die damalige Weg nicht unbedingt der heuten Streckführung der B49 gefolgt ist.

Die langen und kurzen Hessen
Die langen und die kurzen Hessen

Im Jahre 1569 sagen die Leipziger: wenn man hinnen (Leipzig) auf Frankfurt will, so hat man zweierlei ordentliche Straßen durchs Land Hessen, welche wir und vor uns unsere Vorfahren, eine lange Zeit und weit über Menschengedenken, unverhindert gebraucht haben. Die eine geht durch die kurzen Hessen auf Eisenach, Hersfeld, Alsfeld und Grünberg, die andere durch die langen Hessen auf Eisenach oder Kreuzburg, Kappel, Spangenberg, Treisa, Kichhain und Gießen. Wie bedeutend der Verkehr zu Grünberg war, ersieht man daraus, dass Landgraf Heinrich II den Zoll daselbst an zwei Grünberger Bürger für jährlich 450 Pfund Heller verpachtete. Den Zugang über die Alsfelder Brücke gab es zur Zeit Luthers noch nicht. Dieser wurde erste 1599 fertiggestellt.


Quellenverzeichnis