Ein Museum in Grünberg wird Wirklichkeit

Am 28. September 2007 wurde das Museum in Spital durch Bürgermeister Frank Ide eröffnet.
Der Weg dorthin war sehr lang und steinig.


Schloss Rathaus Bereits am 27. September 1952 war in der Heimatzeitung zu lesen, dass der neu gegründete „Heimatkundliche Arbeitskreis“ u. a. das Ziel zur Einrichtung eines Heimatmuseums formulierte. In 1955 wurde dieser Wunsch bekräftigt. Es sollte seinen Platz im Rathaus finden, da dessen Auslagerung zur Diskussion stand. Ebenfalls erachtete man einen Saal im Schloss als einen möglichen Standort. Dem öffentlichen Wunsch, ein Museum anlässlich des 500. Gallusmarktes im Jahre 1980 eröffnen zu können, konnte nicht entsprochen werden.

Im Zusammenhang mit dem Hessentag 1980 und dem Vollzug der intensiven Stadtsanierung in den Folgejahren wurde die Diskussion um ein Museum weitergeführt. Hierbei wurden immer wieder mögliche zentrale Standorte in der Stadtmitte gesucht, nachdem die politisch Verantwortlichen sich entschlossen hatten, das Rathaus als solches auch in Zukunft zu nutzen. Franziskanerkloster Auch das – im Rahmen der Sanierung - wieder hergestellte Franziskanerkloster kam nicht mehr in Frage, nachdem sich der „Barfüßer Förderkreis Kultur e.V.“ Ende 1985 zur Belebung des kulturellen Lebens und der Kleinkunst in unserer Stadt gebildet hatte. Das „Brauhaus“ wurde ebenfalls als adäquater Standort angesehen und diskutiert. Es wurde jedoch schließlich Wohn- und öffentlichen Zwecken (Sanierungsbüro und Stadtbücherei) zugeführt, um nicht entsprechender Sanierungsmittel verlustig zu gehen. Brauhaus

Am 16. Dezember 1986 wurde auf Empfehlung von Bürgermeister Siegbert Damaschke mit Unterstützung des Heimatkundlichen Arbeitskreises erstmals eine Museumskommission - bestehend aus Mitgliedern des Magistrates, der Stadtverordnetenversammlung und sachkundigen Bürgern gebildet. Die Kommission hatte die Aufgabe der Vorbereitung, Aufbau und Eröffnung des Museums zu planen und sollte entsprechende Handlungsempfehlungen an den Magistrat geben. Schon im Frühjahr 1987 sprach sich die Museumskommission für das denkmalgeschützte, stark sanierungsbedürftige ehemalige Spital der Augustinerinnen am alten Friedhof als Standort aus. Museum im Spital Logo 1988 lag eine erste Planung eines einheimischen Architekten vor. Weiterhin wurde ein „musealer Rundgang“ in die Konzeption mit einbezogen.Dieser sollte an historischen Stätten vorbeiführen (Schloss, Diebsturm, Wasserhäuschen, Schmiede, Barfüßerkloster, Wasserwerk, usw.), die einen weiteren Einblick in die interessante Grünberger Geschichte geben. Die Absicht des Magistrates, die Einrichtung des Museums und eine wissenschaftliche Begleitung der eingereichten Konzeptvorschläge durch eine Fachkraft (Historiker/-in) im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ausführen zu lassen, wurde befürwortet.

Diese begleitete die Arbeiten vom 17. Januar 1989 bis zum 31. Juli 1993. In dieser Zeit wurde der museale Rundgang realisiert (eingeweiht am 26. Februar 1992) und zwei Grünberger Museumshefte ("Distel und grüner Berg – Der Luther-Drucker Rhau-Grunenberg " und "Das Wasser auf den Berg zu schaffen - Grünberger Brunnenkunst") herausgegeben.

Parallel hierzu liefen die erneuten Bemühungen, das Altstadtsanierungsgebiet um die Flächen um das Hospital der Augustinerinnen auszuweiten. Eine entsprechende Förderung aus Sanierungsmitteln war das Ziel. Jedoch führten diese Bemühungen zu keinem Erfolg. In der nächsten Zeit galt es, die Grundmauern eines der ältesten Gebäude der Stadt durch eine umfassende Isolierung vor Feuchtigkeit zu sichern. Neue Eingangshalle Museum

Museum im Spital Glasvorbau Im Februar 1999 nahm eine neu gebildete Museumskommission ihre Arbeit auf. In mehreren Sitzungen wurde die Baumaßnahme erörtert. Heiß wurde der moderne Glasvorbau als barrierefreier Zugang diskutiert. Der Innenausbau - Freilegung und teilweise Entkernung - wurde 2002 nach Abstimmung mit der Denkmalpflege begonnen. Der Rohbau war im Juli 2003 vollendet. Mit dem Bürgermeisterwechsel von Herrn S. Damaschke zu Herrn Frank Ide in 2004 wurde mit den Innenarbeiten –Haustechnik, Innenputz - fortgesetzt.

Die Ethnologin Frau Karin Bautz nahm am 1. November 2002 ihre Arbeit zum Aufbau des Museums auf. Gemeinsam mit einem Museumsarchitekten erarbeitete sie in enger Zusammenarbeit mit dem hessischen Museumsverband, den städtischen Gremien und der Museumskommission das Konzept und begleitete den Ausbau des Museums.


Am 28. September 2007 konnte die Einweihung gefeiert werden.
Die große historische Vergangenheit Grünbergs ist zu neuem Leben erwacht.