Ilan Wolff Fotos bringen neuen Glanz für Gallushallen-Foyer und Barfüßer-Kloster
Gemeinsame Aktion von FMG, Sparkassenstiftung, Stadt Grünberg und Barfüßern

"Fürwahr ein echter Hingucker" – so urteilte die heimische Presse letzthin, nachdem die beiden von dem international hochangesehenen israelischen Fotokünstler Ilan Wolff geschaffenen, großformatigen Camara Obscura-Bilder mit Grünberger Motiven am Dienstag, den 25.10.2011 im bisher etwas schmucklosen Foyer der Gallushalle und im Refektorium des Barfüßer-Klosters angebracht und erstmals öffentlich präsentiert wurden.

In Gegenwart des von weither angereisten Künstlers, der Sparkassen-Direktoren Ulrich Zinn und Silvia Linker und des Stiftungsgeschäftsführers Josef Hornik, von Bürgermeister Frank Ide als Hausherrn sowie Vertretern des Barfüßer-Förderkreis Kultur e.V. und des Freundeskreis Museum Grünberg e.V. (FMG) übergab anstelle des verhinderten FMG-Vorsitzenden Wolfgang Hofheinz dessen Stellvertreter Ehrenbürgermeister Siegbert Damaschke die beiden Stadtporträts als Dauerleihgaben in die Obhut der Besucher der beiden Liegenschaften. Damaschke hob dabei besonders die Grünberger Sparkassenstiftung hervor, deren großzügiges Sponsoring dem FMG überhaupt erst den Erwerb der in stilvollen Sepia-Tönen gehaltenen Foto-Kunstwerke ermöglicht hatte. Diese zeigen eine Giebelfront vom Marktplatz und die Fassade des Rathauses.

Weitere Gruß- und Dankesworte sprachen Direktor Zinn, Bürgermeister Ide und Ilan Wolff selbst. Sie gaben ihrer Freude darüber Ausdruck, dass die beiden stadthistorisch bedeutsamen Ansichten überhaupt erworben werden konnten und – nachdem etwa im Rathaus oder im Museum im Spital keine ausreichend großen Wände verfügbar waren – an jeweils „würdigen Orten“ einen Platz gefunden haben. Ilan Wolff machte noch schmunzelnd darauf aufmerksam, dass mit Grünberg seine Werke erstmals auch am Ort ihrer Entstehung verbleiben und dauerhaft öffentlich gezeigt werden. Hingegen seien die meisten seiner sonst in der besonderen Camara Obscura-Technik entstandenen Fotobilder von Motiven aus vielen Weltstädten andernorts zu bewundern. Auch ging er noch kurz darauf ein, wie schon vor Jahren seine Beziehung zu Grünberg entstanden ist – eine ganz besondere Geschichte!

Camera obscura Foto von Ilan-Wolff - GAZ-Bild-Hogen-Ostlender

Sie beginnt am Anfang dieses Jahrhunderts mit einer Flugreise des vormaligen Leiters der Integrierten Gesamtschule Busecker Tal und Grünberger Bürgers Gerhard Becker nach Israel zu seinem damals in einem Kibbuz lebenden Sohn.   Becker – seinerzeit im Vorstand der Barfüßer und heute auch FMG-Mitglied – kam während des Flugs mit einer älteren Dame ins Gespräch, die ihm empfahl an seinem Zielort ihre Freundin zu besuchen, was er auch tat. Dort tauchte zur gleichen Zeit ganz unerwartet dann Ilan Wolff auf – die besuchte Dame war seine Mutter – und zwischen den beiden Männern sprang dann der berühmte Funke sofort über. Dieser Kette von glücklichen Zufällen und weiteren günstigen Umständen folgten dann Besuche von Ilan Wolff bei Familie Becker und Foto-Workshops an der Busecker Schule. Es entwickelte sich eine Freundschaft, aus der heraus Ilan Wolff dann im Frühjahr 2003 auch mit einer Ausstellung und anschließendem Workshop Gast bei den Barfüßern war. Dabei einstanden an einem strahlend sonnigen Sonntagvormittag auch die beiden jetzt öffentlich gewordenen Bilder, die Wolff – gewissermaßen mit dem Laderaum seines Ford Transit als Fotobox – durch ein Loch in dessen Außenwand "schoss". Sie konnten seinerzeit nach künstlerischer Bearbeitung vor allem mangels der nötigen Geldmittel nicht erworben werden und harrten seitdem – im Hause Becker wohlverwahrt – einer besseren Verwendung. Diese ist nun – nicht zuletzt auch dank der Hartnäckigkeit und des Verhandlungsgeschicks von Gerhard Becker – gefunden, der namens des FMG letztendlich auch Ankauf, Kaschierung und Aufhängung der Bilder managte. Deshalb war auch ihm anlässlich der Übergabe in allen Redebeiträgen ein herzliches Dankeschön gewiss!                                                                                     (W.Corell)


Siehe auch Artikel in Gießener Allgemeine und Gießener Anzeiger vom 26.10.2011